Am vergangenen Wochenende stand für das Prinzenpaar des Karnevalsausschuß Unterbach 1957 e.V., Prinz Robert I. und seine Prinzessin Anita II., ein weiterer Höhepunkt der Session an: In der Festhalle der Wichernschule lud das Prinzenpaar zum Ball ein. Bereits beim Betreten der Halle standen die Tanzgarden Spalier, und das Prinzenpaar nahm alle Gäste persönlich mit einem Glas Sekt in Empfang. An festlich gedeckten Tischen mit weißen Rosen in kleinen Vasen sowie farbigen Steinen, passend zum Ornat des Prinzenpaares, nahmen die Gäste anschließend Platz.
Musikalisch wurde der Abend von der Band „Die Kleinbroicher“ begleitet, die jederzeit den Nerv des Publikums traf. Durch eine strahlenförmige Anordnung der Tische hatte jeder Gast uneingeschränkte Sicht auf Bühne und Tanzfläche, sodass die Band – sofern kein anderer Programmpunkt im Mittelpunkt stand – perfekt in Szene gesetzt war.
Um 20:11 Uhr begann das offizielle Programm mit dem feierlichen Einmarsch der Tollitäten und ihres Gefolges. Nach einer kurzen Ansprache stieg der Puls von Prinz Robert spürbar an: Der Eröffnungstanz ist stets ein ganz besonderer Moment des Prinzenballs.
Nach einigen Tänzen folgte der nächste Programmpunkt mit der Tanzgarde Weiß-Rot, die ihre Gardetänze der Session präsentierte. Anschließend wurde die Tanzfläche erneut für die Gäste geöffnet. Es folgte der Ritterschlag des Prinzen. Präsident Roland Beckers erklärte dazu:
„Dieser ist stellvertretend für alle neuen Unterbacher, die im letzten Jahr in unseren schönen Stadtteil gezogen sind. Früher wurden sie mit einer Bierdusche aufgenommen – heute stellvertretend durch den Ritterschlag unseres Prinzen.“
Die Laudatio hielt Johannes Bremkens, selbst zweifacher Exprinz. Als direkter Nachbar der Kinderarztpraxis von „Doki“, wie er Prinz Robert nennt, ist es Johannes zu verdanken, dass aus dem einstigen Karnevalsmuffel schließlich doch ein Unterbacher Prinz wurde. Damit tritt Prinz Robert in die Fußstapfen von fünf Prinzenpaaren, die bereits aus demselben Haus im Zentrum Unterbachs hervorgegangen sind.

Zum Ritter geschlagen wurde Prinz Robert auf den Namen:
Robert der Erste,
Prinz vom Stamme der Bunthemdenträger und Medicus,
Ritter aus dem Hause der Lederkluftträger und Schrauber,
Unordnungshüter und Liebhaber von Seereisen.
Nach dem Ritterschlag sorgte zunächst wieder Musik für Stimmung. Der Tenor Norbert Conrads überzeugte mit seiner Stimme und seiner Interpretation kölscher Klassiker und begeisterte damit die Gäste. Ihm folgten die Sessionstänze der Tanzgarde Rot-Weiß, bevor die Tanzfläche erneut von den Gästen erobert wurde.
Anschließend betraten die Exprinzessinnen und Exprinzen die Bühne, um das Prinzenpaar auszuzeichnen. Gemäß der Proklamation hatten sie einen Kuchen für das Prinzenpaar „gebacken“. Dieser war allerdings nicht essbar, sondern aus Pappe gefertigt: Die kuchenförmige Box ließ sich öffnen und enthielt eine Version der Proklamation als bleibendes Andenken. Hintergrund war eine alte Tradition, die im Vorjahr wiederbelebt werden sollte – früher erhielt jedes Prinzenpaar eine Torte zum Ball.
So brachten Antonia und Andreas Diering eine liebevoll gebackene Esel-Torte auf die Bühne. Mit einem Augenzwinkern schlug Antonia Diering, Schützenkönigin des Vorjahres, vor:
„Wir können ja als Brauch einführen, dass der Schützenkönig des Vorjahres den Kuchen zum Ball des Prinzenpaares backt.“
Der Vorschlag sorgte für großen Applaus und unterstrich die wachsende Verbundenheit zwischen dem Unterbacher Sommer- und Winterbrauchtum.
Ein weiteres Highlight des Abends folgte mit dem Showtanz. Unter dem Motto „Von Unterbachern für Unterbacher“ präsentierte eine große Gruppe aus Mitgliedern der Tanzgarden, Eltern, Wagenbauern und weiteren Engagierten ihr Können. Die Begeisterung im Saal war so groß, dass Sitzungspräsident Henrik Damgaard kurzerhand zu einer Rakete ansetzte – obwohl diese beim Prinzenball eigentlich gar nicht vorgesehen war.
Den letzten offiziellen Programmpunkt des Abends gestaltete Jenny Budek, die mit jedem Song die Stimmung weiter anheizte. Am Ende hielt es niemanden mehr auf den Stühlen, und die Tanzfläche füllte sich ein letztes Mal.
Bevor das Programm endgültig endete, betrat noch kurz der Erkrather Karnevalsprinz Wolfgang II. die Bühne. Da die beiden Prinzenpaare befreundet sind, nutzte er die Gelegenheit, sich für den kurzweiligen und gelungenen Abend zu bedanken.
Anschließend ging der Ball fließend in eine ausgelassene Party über. Eine Polonäse jagte die nächste, und zu Karnevalsmusik und Schlagern wurde bis tief in die Nacht getanzt – ein gelungener Vorgeschmack auf den Bunten Abend, der eine Woche später ebenfalls in der Festhalle der Wichernschule stattfinden wird.

